Austausch - sprachlich, kulturell und menschlich

Ankunft am Aeropuerto de Bilbao. Der Lufthansa-Flug aus Frankfurt landet – Aufregung liegt in der Luft. Der Gegenbesuch beginnt. Schon im Flugzeug war die Vorfreude groß, und nun, zu Beginn der zweiten Hälfte des Schüler*innenaustauschs Hamburg–Bilbao, wissen alle: Es wartet eine tolle, vor allem aber eine ganz besondere Zeit.

Vor den Sommerferien waren die nordspanischen Austauschschüler*innen in Hamburg– zehn Tage lang, untergebracht in Gastfamilien. Ein bisschen Unterricht, viele Ausflüge: von Bremen über Wasserski bis hin zur Gedenkstätte Neuengamme. Dort ist ein starkes Gruppengefühl entstanden. Und genau daran knüpft der zweite Teil des Austauschs an.

Wieder wohnen die Hamburger Schüler*innen in Familien – meist in Häusern, oft ganz in der Nähe des Atlantiks. Geschlafen wird dort allerdings fast nur nachts, denn die Tage sind randvoll gefüllt. Früh am Morgen beginnt der Unterricht an der Deutschen Schule Bilbao. Danach folgt ein abwechslungsreiches Programm: ein Besuch im beeindruckenden Guggenheim-Museum, ein Ausflug nach Guernica – jenem Ort, den die deutsche Luftwaffe 1937 im Spanischen Bürgerkrieg bombardierte. Keine schöne historische Verbindung zwischen den beiden Ländern, aber eine, über die es sich zu sprechen lohnt.

Dazu kommen eine Stadtrallye durch Bilbao, ein Surfkurs am Meer, Exkursionen in die Umgebung – unterwegs in großer Gruppe, casi sin parar, fast ohne Pause. Überall wird gesprochen, gelacht, verglichen. Verständigung fällt leicht: Die spanischen Schüler*innen lernen von klein auf Deutsch und sind sprachlich beeindruckend sicher. So entsteht echter Austausch – sprachlich, kulturell und menschlich.

Jugendliche teilen vieles, ganz unabhängig von Herkunft oder Sprache. Gute Vibes – „buen rollo“, wie man auf Spanisch sagt – prägten auch diesen Austausch besonders stark. Seit mehr als zwanzig Jahren findet das Programm nun statt, traditionell in der neunten Klasse: lange gemeinsam mit der Stadtteilschule Julius-Leber, seit drei Jahren mit Schüler*innen des Gymnasiums Altona.

Ein Austausch, der verbindet – über Städte, Sprachen und Grenzen hinweg.

 

Susana Pérez Caballero (Lehrerin und Organisatorin des Schüler*innenaustauschs)