Lesung aus „Isola“ von Isabel Abedi

Am 24. Juni 2025 durften wir die bekannte Jugendbuchautorin Isabel Abedi bei uns an der Schule begrüßen. Schon von Anfang an wirkte sie sehr freundlich und sehr sympathisch. Offen und ehrlich erzählte sie von ihrer Arbeit als Autorin und von ihren Büchern.

 

Im Mittelpunkt der Lesung stand ihr Jugendroman „Isola“. Isabel Abedi las uns verschiedene Passagen aus dem Buch vor: zuerst die ersten Seiten, um uns in die Geschichte einzuführen, dann aus den Seiten 43–53, wo erklärt wird, welche drei persönlichen Gegenstände die Jugendlichen mit auf die Insel nehmen dürfen, und schließlich noch aus den Seiten 54–60.

 

Sie erklärte dabei auch den Hintergrund der Geschichte, die auf einer abgelegenen Insel spielt. Die Jugendlichen nehmen dort an einem Filmprojekt teil, das wie eine Realityshow gestaltet ist, und müssen sich an bestimmte Regeln halten.

Besonders spannend war ebenfalls, dass die Autorin nicht nur aus dem Roman vorlas, sondern auch erzählte, wie die Idee zu „Isola“ entstanden ist und wie sie den Plot entwickelt hat.

 

Zunächst stellt Herr Ditschke Frau Abedi und ihr Buch „Isola“ vor, welches wir gewählt haben. Dann fordert er das Publikum zum Applaus auf und stellt Iuna (9d) und Leo (9f) vor, die der Autorin später in den Klassen gesammelte Fragen stellen werden. Er erzählt etwas über Frau Abedis Karriere, über ihre bekannte Kinderbuchreihe „Hier kommt Lola“, dass sie über 100 Bücher geschrieben und Preise gewonnen hat, und gibt an Frau Abedi ab. Als großes Anliegen spricht sie an, dass ihre Bücher mit der Sensitivity-Reading-Methode überarbeitet worden sind – ihr Buch „Isola“ ist jetzt schon in der 11. Auflage. Frau Abedi hat selbst Diskriminierungserfahrung gemacht – unter anderem wegen ihrer Herkunft aus dem Iran, weil sie queer ist und weil ihr Ex-Mann aus Brasilien stammt.

 

Eine der Fragen, die uns alle interessiert hat, war, was die Inspiration für das Buch war. Daraufhin antwortete Frau Abedi, dass sie im Würzburger Schloss, während sie dort auf den Treppenstufen stand, auf die Idee gekommen ist. Sie hat direkt nach mietbaren Inseln geguckt und sich durch Bilder davon inspirieren lassen. Zudem hat sie auch die brasillanische Kultur inspiriert, insbesondere die Heimat und die Familie ihres Ex-Mannes.

 

Eine weitere Frage, die gestellt wurde, war: Was hat das Buch mit der Wirklichkeit zu tun, wo sind ihre Bezugspunkte zur Welt, in der wir leben? Ihre Antwort daraufhin war, dass sie auf Sexismus und Übergriffe hinweisen wollte, was etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat. Sie würde aber zu viel spoilern, wenn sie die Frage genauer beantworten würde.

 

Die Fragen, wie sich die Hintergrundgeschichten der Figuren entwickelten und ob sie ein anderes Buch als Vorlage hatte, beantworte sie damit, dass sie gerne Filme und Serien guckt, weshalb sie sich von den Schauspielern inspirieren lassen hat, und dass sie kein anderes Buch als Vorlage hatte. Die Frage, die sich viele Leser*innnen stellten, war die, ob sie die Idee der Geschichte zum Buch aus der Reihe „Die Tribute von Panem“ hatte, woraufhin sie mit „Nein, aber stimmt, sie ähneln sich sehr“ antwortete.

Die Frage zur Botschaft des Buches beantwortete sie damit, dass es ihr wichtig ist, was ihre Leser*innen mitgenommen haben und dass jeder sich seine eigene Botschaft denken soll.

 

Die letzte und mit interessanteste Frage war, ob sie den Beruf, Autorin, weiterempfehlen würde. Ihre Antwort war sehr eindeutig: Sie würde beim Schreiben oft leiden und es macht ihr selten Spaß im engeren Sinne des Wortes, jedoch könne sie nicht loslassen. Sie schreibt nicht nur Bücher, sondern übersetzt auch welche, was sie vom Schreiben ablenkt und definitiv mehr Spaß macht. Sie empfiehlt ihren Job als Autorin nur, wenn man viel Durchhaltevermögen hat. Sie sagt, es sei wichtig, einen Ausgleich zu schaffen, wie sie es mit dem Übersetzen macht, und nicht nur Bücher zu schreiben.

 

Wir danken Frau Abedi für die interessante Lesung!

 

Ece Kartal, Yaren Dursun & Jo Galle