Projektwoche der 10. Klassen: Zwischen Forschergeist und Social-Media-Einfluss
Ein neuer Rahmen, neue Formate – und spürbare Veränderungen in der Ausrichtung der Forschungsprojekte
Erstmals fand der Präsentationstag der Projektwoche der 10. Klassen in diesem Jahr nach den Herbstferien statt. Der neue Termin erwies sich als Gewinn: Auch die 9. Klassen konnten die Ausstellung besuchen und sich frühzeitig ein Bild von der Projektarbeit machen, die sie im kommenden Jahr selbst erwartet. Eine ganze Etage der Schule wurde dafür in eine vielfältige Ausstellungslandschaft verwandelt – mit Präsentationsräumen, Hörstationen, Infowänden und digitalen Taskcard-Tischen. Nach einer kurzen Eröffnung durch die Abteilungsleitung, Herrn Grüning, und die Koordination Forschendes Lernen, Frau Friese, hatten zunächst die 9. Klassen, später die 10. Klassen Gelegenheit, die Arbeiten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler zu entdecken.
Neue Themen – neue Medien
Inhaltlich zeigte sich in diesem Jahr ein deutlicher Wandel. Viele Projekte griffen Formate auf, die an Social-Media-Trends erinnerten: Challenges, Selbsttests oder alltagsnahe Experimente – von Geschmackstests bis hin zu Bewegungs-Challenges. Diese Ideen spiegeln das Interesse und die Mediengewohnheiten vieler Jugendlicher wider, doch der Einfluss von Plattformen wie TikTok oder Instagram war unübersehbar.
Während einige Gruppen weiterhin komplexe Forscherfragen bearbeiteten und ihre Ergebnisse vertieft präsentierten, setzten andere stärker auf schnelle, publikumsnahe Formate. Dadurch rückte der unterhaltende Charakter mitunter in den Vordergrund, während die wissenschaftliche Tiefe einzelner Projekte etwas in den Hintergrund trat. Auch die Art der Präsentation war vielfältig und qualitativ sehr unterschiedlich.
Schule zieht Bilanz und plant Anpassungen
Die Beobachtungen der diesjährigen Projektwoche werden nun ausgewertet. Ziel ist es, die Struktur der Projektarbeit weiterzuentwickeln und eine bessere Balance zwischen kreativem Ausdruck und forschender Vertiefung zu schaffen.
Künftig soll noch gezielter darauf hingearbeitet werden, dass die Projektwoche ihrem gymnasialen Anspruch gerecht bleibt – als Raum für eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten, aber auch für zeitgemäße, kreative Zugänge.
Für die Projektwoche 2026 sind daher Anpassungen in Planung, die beide Seiten miteinander verbinden: eigenständiges Forschen mit klarer Fragestellung einerseits und medienbewusste, innovative Präsentationsformen andererseits.
Ein Bericht von Joline Friese und Lothar Grüning (Lehrpersonen)













