Aufklären statt verbieten — ZEIT-Journalist Christian Fuchs zu Besuch in der Aula

Am Donnerstag, den 15. Januar 2026, kam der gesamte 12. Jahrgang in unserer geliebten Aula zusammen, um auf Christian Fuchs zu treffen und aus erster Hand etwas über unser momentanes Deutschsemesterthema „Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen“ zu erfahren.  

Christian Fuchs ist Autor und Journalist bei der „ZEIT“ und Experte auf dem Gebiet Extremismus. Zu Beginn der Veranstaltung hat er uns in seinem Vortrag über den Begriff der Neuen Rechten und ihre Sprache informiert und über ihre Strategien aufgeklärt: insbesondere über das bedeutende politische Vorfeld, z.B. die Identiäre Bewegung, oder das Magazin „Compact“.  Der Vortrag war durch persönliche Schilderungen anschaulich gestaltet und wegen der Aktualität des Themas besonders interessant.

Entsprechend kamen viele Fragen aus dem Publikum — was bei Aula-Veranstaltungen wirklich selten ist — zu Leben und Arbeit von Christian Fuchs, die er allesamt beantwortete.

So erklärte er beispielsweise, dass die Strukturen des neurechten Vorfeldes mit keinem anderen europäischen Land gleichzusetzen und nicht nur im Osten Deutschlands ausgeprägt seien. Über seine Arbeit sagte er, dass er Journalist geworden sei aus Neugier und um Menschen zu treffen und neue Welten kennenzulernen. Auch heute noch arbeite er gerne mit analogen Medien, wie z.B. mit Büchern aus der Staatsbibliothek.

Weil wir uns im Unterricht mit dem Konzept „Framing“ auseinandergesetzt hatten, fragten wir nach. Normativ, so Fuchs, sei die Objektivität das Ziel im Journalismus. Allerdings gehöre auch zur Realität, dass in jedem Text eine subjektive Perspektive stecke. Frames sind allgegenwärtig, wichtig sei es, zu kontextualisieren, damit Leser*innen die Informationen einordnen können.

Zwei Tipps nahmen wir aus der Veranstaltung mit: Zum einen sollte man Menschen mit rechtsextremen Meinungen nicht belehren, sondern sie zu ihren Ansichten und Quellen befragen.  Zum anderen sollten — solange keine Straftaten zu erkennen sind — alle Texte für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Essenziell sei es, aufzuklären statt zu verbieten. 

Jonna, Emilia, Josefine, Lena und Luana (Schülerinnen der S4)