Die Schule, an der KI nicht mogeln lässt - sondern Denken lehrt

Vor einigen Wochen kam die Journalistin Julia Witte von der Zeitung „Die Welt” für ein Interview an unsere Schule. Gemeinsam mit Andreas Terfloth und Dr. Olaf Steenbuck von der Karg-Stiftung zur Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher wurden wir zum Thema Künstliche Intelligenz im Unterricht interviewt – genauer gesagt dazu, wie wir KI beim Lernen einsetzen und was dabei gut funktioniert, aber auch schwierig ist. Ein Satz aus dem Interview ist mir besonders im Kopf geblieben: „Der Bot hilft beim Denken – nicht beim Erledigen.“ Genau so erleben wir KI auch im Unterricht. Sie kann uns unterstützen, zum Beispiel wenn wir an eigenen Forschungsfragen arbeiten. Dann hilft sie uns, Ideen zu sortieren, Texte besser zu verstehen oder schwierige Inhalte einfacher erklärt zu bekommen.

Gleichzeitig merken wir aber auch: Man darf sich nicht einfach auf die Antworten verlassen. Wir müssen immer prüfen, ob das, was die KI sagt, überhaupt stimmt. Im Interview haben wir auch darüber gesprochen, dass es beim Lernen mit KI vor allem darauf ankommt, gute Fragen bzw. Prompts zu stellen, um das beste Ergebnis zu bekommen. Denn wenn eine KI schnell Antworten geben kann, wird die Fähigkeit, kluge und präzise Fragen zu formulieren, noch wichtiger. Das ist gar nicht so leicht – aber genau das üben wir bei uns im Unterricht immer wieder. Ein Beispiel dafür ist unser KI-Kompetenztag im Jahrgang 9. Dort beschäftigen wir uns aus verschiedenen Perspektiven mit KI: Wir schauen uns an, wie sie technisch funktioniert, wie wir sie konkret nutzen können und welche Auswirkungen sie auf unsere Gesellschaft hat. Besonders spannend ist, dass wir dabei auch mit externen Expert:innen zusammenarbeiten, zum Beispiel mit dem Artificial Intelligence Center Hamburg. In den Workshops probieren wir viele Dinge selbst aus: Wir führen Gespräche mit Chatbots, testen unterschiedliche Prompts, trainieren eigene kleine KI-Modelle oder entwickeln sogar eigene Assistenten. Dabei merken wir schnell, dass KI nicht einfach ein Werkzeug ist, das Aufgaben für uns erledigt. Sie funktioniert eher wie eine Lernpartnerin, die uns zum Nachdenken bringt – wenn man sie richtig nutzt.

Gleichzeitig haben wir gelernt, dass es auch Risiken gibt. Wenn man KI einfach alles machen lässt, kann es passieren, dass man zwar gute Ergebnisse abgibt, aber eigentlich gar nicht wirklich verstanden hat, worum es geht. Deshalb ist es wichtig, bewusst mit KI zu arbeiten und den eigenen Lernprozess im Blick zu behalten. Für uns bedeutet das: Schule verändert sich gerade. KI ist immer verfügbar – aber genau deshalb wird Unterricht nicht überflüssig.

Im Gegenteil: Schule wird noch wichtiger als Ort, an dem wir lernen, kritisch zu denken, Fragen zu stellen und gemeinsam zu reflektieren. Oder, wie wir es im Gespräch formuliert haben: Wenn KI Antworten geben kann, dann muss Schule vor allem ein Ort sein, an dem gute Fragen entstehen. Unsere Fragen.

Bei dem KI Interview waren Marla (11GT2), Laura (11GT2) und Elsa (9b) dabei.