Am 22.1.2026 hatte die gAlerie! zur Eröffnung der Ausstellung „Weil es Freude macht“ mit Arbeiten von Hannes Maubach eingeladen.
Zahlreiche Gäste auch von außerhalb der Schule waren dieser Einladung gefolgt: Es wurde sehr deutlich, in wie vielen Bereichen Hannes Maubach sich im Lauf seines Lebens impulsgebend und unterstützend eingebracht hat. Überall hat er Freunde gewonnen, die neugierig darauf waren, was er in seinem „stillen Kämmerlein“ an künstlerischer Arbeit vollbringt.
Auch Schulleiter Ulf Nebe nutzte die Gelegenheit, Hannes Maubach für seine langjährige Arbeit als Elternvertreter und – nachdem seine Söhne längst erwachsen sind – als Vorsitzender des Schulvereins und als Restaurator des denkmalgeschützten Schulgebäudes zu danken und überreichte ihm den Allee-Stein – ein Stück aus dem Mauerwerk des Gebäudes, das traditionsgemäß diejenigen als Dank erhalten, die sich wirklich um die Schule verdient gemacht haben.
Auch die gAlerie!, die in diesem Jahr ihr 20stes Jubiläum feiern kann, würde es ohne Hannes Maubach nicht geben – so war es eine ganz besondere Freude, ihn gerade hier in seiner Eigenschaft als Künstler zu präsentieren und eine kleine Auswahl aus seinem großen Schaffen anlässlich seines 90. Geburtstags zeigen zu können.
Da gab es viel zu entdecken! Die Ausstellung war in verschiedene Werkgruppen gegliedert
– ob in den Schreibtischarbeiten, in denen aus dem, was an Alltagsspuren und Telefonnotizen auf der Schreibunterlage zurückbleibt, nach und nach fantasievolle Welten entstehen
– ob in den Briefköpfen, liebevoll gestalteten Bildstreifen, in denen Hannes Maubach gezeichnete „Objektcollagen“ anfertigt, die nicht selten ganz spezifisch auf den Empfänger des Briefes zugeschnitten sind
– ob in der Reihe Mein Pilgerweg, in der akribisch genaue Architekturzeichnungen mit ganz persönlichen Erinnerungen verflochten werden
– ob in filigran mit dem Skalpell gestalteten Schneidarbeiten, in Architektur-, Landschafts- oder Objektstudien:
Überall wurde ganz greifbar, wieviel Aufmerksamkeit Hannes Maubach dem entgegenbringt, was ihm begegnet, und wie fantasievoll er es gestalterisch verarbeitet.
Still-kontemplative, humorvolle, aber auch mahnende Bildwelten entstehen: eine Art Wimmelbilder, in denen alltägliche Objekte auf manchmal geradezu surreal anmutende Weise miteinander kombiniert werden – und sich zu einer eigenen Welt verbinden.
„Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort – und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort“ – diese Zeilen des Romantikers Joseph von Eichendorff scheinen mir den Geist einzufangen, der diesen gestalterischen Kosmos formt:
Den Zauber in allem zu entdecken, was um uns ist, es wertzuschätzen und für sich lebendig zu machen – das scheint Hannes Maubach in seiner Arbeit, in seinem Leben, gelungen zu sein.
Und vielleicht liegt darin das Geheimnis, so tatkräftig, aufgeschlossen und ungebrochen neugierig 90 Jahre alt zu werden. In jeder Hinsicht beeindruckend!
Ein schöner Abend, ein begeistertes Publikum – und eine Ausstellung, die es sich mit aller Ruhe anzusehen lohnt.
Heidrun Kremser




